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Neue Partner in Europa für Kinzig-Schule – Schulaustausch mit Italien, Polen, Slowenien und England
Die bereits vielseitigen Auslandskontakte der Kinzig-Schule wurden durch ein zusätzliches neues Schulaustauschprojekt für die nächsten drei Jahre erweitert. Im Rahmen der von der Europäischen Union geförderten Programme „Sokrates / Comenius“ für alle Schulen arbeitet die Kinzig-Schule seit 2004 in einem Schulentwicklungsprojekt mit Jarocin in Polen und Plisvörösvar in Ungarn zusammen. Die Partnerschaft vor allem mit Jarocin wird besonders gepflegt: Im November besuchen 25 Schülerinnen und Schüler des Jahrganges 12 und 13 ihre Partner von der Beruflichen Schule Nr.1 in Jarocin, ähnlich organisatorisch strukturiert wie die Kinzig-Schule. Dort arbeiten sie eine Woche zusammen an einem Unterrichtsprojekt über die gegenseitige Wahrnehmung von Vorurteilen, Klischees und Ressentiments unter polnischen und deutschen Jugendlichen. Seit November 2005 haben sich für die Schüler der Kinzig-Schule Partnerschaften auch mit Südeuropa eröffnet. Zu einem ersten Koordinatorentreffen trafen sich Thomas Schneider und Wolfgang Mücke von der Kinzigschule mit den Vertretern aus Slowenien , Polen, England und Italien in Montebelluna nahe Venedig. Mit dem Istituto Tecnico Statale L. Einaudi in der Region Veneto / Italien , den Beruflichen Schulen Poslovno-komercialna šola Celje aus Celje / Slovenia, der Redhill School aus Stourbridge, West Midlands in England und der Zespol Szkol Drzewnych im Stanislawa Staszica aus Bydgoszcz / Polen ist die Kinzig-Schule nun in einem festen Austausch verbunden. In den nächsten drei Jahren sollen mittels Zeitzeugeninterviews in den jeweiligen Partnerregionen authentische Berichte und lebendige Erinnerungen über Kindheit und Jugend während und nach dem zweiten Weltkrieg zusammen getragen werden. „Oral History“ ist im Geschichtsunterricht fest verankert, die Lehrpläne der europäischen Partnerländer sehen dies ebenso vor. Gerade die ehemals politischen Verbündeten Italien und Deutschland sind mit den Gegnern des Faschismus wie England nun in einem Schulprojekt: man wird gespannt sein dürfen, welche Sicht der Geschichte sich aus der Perspektive „von unten“, durch die Augen der einfachen Menschen, der Betroffenen auf allen Seiten, der Kinder von damals ergeben wird. Sicherlich ist diese Projektidee nicht neu oder noch einmal neu erfunden worden. Bedeutend daran sind aber der zeitliche Abstand einerseits und die weltpolitischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen in der Zwischenzeit andererseits. Das Schülerprojekt setzt sich bescheidene Maßstäbe: Junge Menschen heute wollen wissen, woher sie kommen, wer sie sind, wohin sie gehen sollen. Eine alte Weishaeit sagt: Wer seine Wurzeln nicht kennt, kennt keinen Halt. Junge Menschen brauchen Halt , um in dieser sich ständig schneller verändernden Welt den Boden unter den Füßen nicht zu verlieren. Die heute Alten und Älteren könnten im Rahmen dieses Projektes helfen. Die Gespräche und Interviews über ihre Jugend werden den Jungen heute zeigen, dass es damals eine nicht minder ungeordnete Welt voller Elend und Chaos gab. Die Kinder und Jugendlichen von damals sind die Begründer dieses Landes geworden, in jeder Region Europas, in jeder Stadt, in jedem Dorf. Dass es Unterschiede gab und Gemeinsamkeiten, wird dieses europäische Schulprojekt feststellen, welche individuellen Ausprägungen das im Einzelschicksal gefunden hat, das ist das Spannende in dieser großen Fragerunde. Die Ergebnisse sollen - soweit die Betroffenen einverstanden sind - sowohl in Buchform als auch per Fernsehdokumentation veröffentlicht werden. Eine vom Istituto Tecnico Statale Luigi Einaudi betreute Internetplattform hält alle Interessierten auf dem Laufenden. Neben der großen inhaltlichen Herausforderung haben die einzelnen Schulen einer zweiten Prüfung zu genügen: Die anderen europäischen Partner sind als Schulen nach ISO Norm zertifizierte staatliche Bildungseinrichtungen, die Kinzig-Schule nimmt gegenwärtig wie die anderen Beruflichen Schulen im Main-Kinzig-Kreis an einem vom Staatlichen Schulamt Hanau betreuten Qualitätsent- wicklungsprozess teil. Man wird also auch dem geforderten europäischen Bildungsstandard im Lehr- und Lernprozess nicht aus dem Wege gehen können. Aber letztlich wurde bei diesem ersten Treffen auch vereinbart, dass die Begegnungen der jungen Menschen vor allem im Vordergrund stehen sollen. – Nächstes Jahr in Italien!
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