|
Denn bis zum Start des neuen Schuljahrs sollen Küche, Essenausgabe und Speiseraum im alten Schlüchterner Landratsamt betriebsbereit sein. „Es ist unser Baby“, sagt Elisabeth Bolender sichtlich stolz. Bis auf wenige Arbeiten sind die drei Räume fertig, die neue Großküche steht, ebenso die Ausgabetheke, Tische und Stühle, die Handwerker sind bereits abgezogen. Nun wird alles eingerichtet, geputzt und gereinigt – die Aufgabe der Lehrerinnen. Handtücher, Spülmittel, Töpfe, Geschirr sind nur einige der großen und kleinen Dinge, die eingekauft werden müssen. Das Budget ist beschränkt. „Wir sind nur noch am Rechnen, wie viel Geld noch da ist und was wir uns davon noch leisten können“, berichtet Elisabeth Bolender und lacht. Vor drei Jahren hatte sie die Zusage zu der Küche im Landratsamt erhalten, vor einem Jahr begannen die Arbeiten. Gekocht wird dort, wo einst die Mahlzeiten für den Landrat und seine Familie zubereitet wurden. Die Ausgabe ist im ehemaligen Esszimmer, gespeist wird im früheren Wohnzimmer. An den Decken prangen die überarbeiteten Stuckarbeiten. Versorgt werden dort die Oberstufenschüler des Beruflichen Gymnasiums der Kinzigschule von Schülern des Eibe-Programms, die bisher das Bistro in der Kinzigschule betrieben haben. Das Eibe-Programm unterstützt Jugendliche, die keinen Hauptschulabschluss haben, bei der Eingliederung ins Berufsleben. Insgesamt werden 16 Schüler in den neuen Räumen arbeiten und lernen. Immer im Wechsel acht in der Küche und acht im Bereich der Ausgabe. In den ersten Tagen nach dem Schulstart am 4. August wird die Küche allerdings kalt bleiben. „Die Schüler müssen sich erst in der Küche zurechtfinden. Daher werden wir zunächst Kleinigkeiten wie belegte Brötchen anbieten“, sagt Simone Schickell. Später werden dann die zubereiteten Gerichte auf im Warmhaltewagen vorgewärmten Tellern serviert. Bis dahin müssen die zwei Lehrerinnen aber noch zahlreiche Klebereste und einigen Staub entfernen sowie Küchenutensilien einkaufen und einräumen. Beide sind mit viel Spaß und Engagement bei der Sache. „Doch es wäre schon schön, wenn wir es schaffen würden, noch einige freie Tage zu haben“, sagt Simone Schickell.
Von Dirk Steffen
|
|