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Kinzig Schule in der Kategorie schulisches Lernen ganz vorne
Bereits zum 16ten Mal nahmen Schüler der Kinzig Schule Schlüchtern an dem von Oberstudienrat Bozem initiierten und betreuten Praktikumstag am Campus Nord des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) teil. Schüler aus den Kursen Physik, Chemie und Biologie des Beruflichen Gymnasiums Schlüchtern wurden hierfür mit verschiedenen Forschungsprojekten des KIT vertraut gemacht. Es ist nicht zuletzt diese Art von Maßnahme, die, unterstützt von engagierten Lehrkräften, Spitzenplätze im aktuellen Bildungsranking begründen. Die Physikkurse befassten sich mit Aufgaben zur Bestimmung von Strahlenarten unbekannter radioaktiver Präparate, angeleitet durch Herrn Siegfried Wünstel .Hier kamen Messgeräte und Techniken zum Einsatz, die aufgrund der aufwendigen Technik im Schulunterricht nicht zur Verfügung stehen. Die Experimente widmeten sich u.a. der Abschirmung der Energie von Photonenstrahlung durch Bleiplatten. Weitere Versuche hatten die Einführung in die Grundlagen der Gamma-Spektrometrie“ angeleitet von Herrn Michael Keglstatter zum Inhalt. .Dazu durften die Schüler ein Germanium-Detektor-System, bestehend aus Detektor mit Hochspannung, Vorverstärker, Hauptverstärker, Analog-Digital-Konverter und dem Vielkanal-Analysator, selbständig aufbauen und Messungen an bekannten Proben zum Kalibieren der Anlage durchführen. Schließlich analysierten sie bei Frau Gabriele Sitter noch Spektren diverser unbekannter Radionuklide. Nur gut, dass Begriffe wie Photoeffekt und Compton-Streuung geläufig waren. Frau Dr. Gudrun Knedlitschek referierte über die „Biologische Wirkung ionisierender Strahlung“. Beim Besuch der „Ständigen Ausstellung“ beeindruckte u. a. der Versuch mit einem Supraleiter sowie die riesige Nebelkammer in der die Wechselwirkung ionisierender Strahlung sichtbar wurde. Der Reaktorunfall von Fukushima belegt auf bedauerliche Art und Weise die große Aktualität des Vortrages von Herr Dr. Walter Tromm. Die Schüler des Chemiekurses verfolgten zunächst einen äußerst spannenden Vortrag über radioaktive Reaktorunfälle. Hier wurden in großem Umfang Informationen vermittelt, die in den allgemeinen Medien nicht oder nur sehr oberflächlich kommuniziert wurden. Große Aktualität bewies auch der zweite Vortrag durch Herrn Walter Bumiller. Der Chemiekurs erhielt fundierte Informationen rund um das Thema Trinkwasser, das bestkontrollierte Lebensmittel. Dabei offenbarte sich, dass sauberes Trinkwasser für uns immer knapper wird und jährlich viele Menschen sterben, da sie keinen Zugang zu dem für uns selbstverständlichen sauberen Trinkwasser haben. An diesen Vortrag schloss sich für die Schüler direkt ein Praktikum im Wasserlabor an, das ebenfalls von Herrn Bumiller und Frau Ly geleitet wurde. Hier bestimmten die Schüler mit modernsten Laborgeräten Wasserverunreinigungen in extremen Verdünnungen, auch als ppm-Messbereich bezeichnet, durch Emissionsspektroskopie. Die „Biologen“ fanden ihren Arbeitsplatz in einem gentechnischen Labor der Sicherheitsstufe 1 am KIT. Im Mittelpunkt stand die Technik der Polymerase - Kettenreaktion, kurz, PCR (Polymerase Chain Reaction) genannt. Diese Methode revolutionierte vor über 25 Jahren die Anwendungsmöglichkeiten der Gentechnologie und ermöglichte die massive Vermehrung von geringsten Mengen an DNA, die sonst der Analyse nicht oder nur schwer zugänglich wären. Diese Methode liefert der Molekularbiologie, der Gerichtsmedizin bei der Spurenanalyse und bei Verwandtschaftsnachweisen, sowie der Medizindiagnostik und der Nahrungsmittelzusammensetzung schnelle und sichere Erkenntnisse zur Herkunft der DNA-Bestandteile. Das positive Ergebnis: Die Schüler haben durch eigenverantwortliches, praktisches Arbeiten in einem wissenschaftlichen Labor den Tagesablauf eines naturwissenschaftlichen Mitarbeiters kennengelernt und sichtbare Ergebnisse erzielt. Der Tenor war durchgehend positiv und hat für so manchen Schüler den beruflichen Horizont stark erweitert. Sämtliche Praktika und Vorträge haben unmittelbaren Bezug zu den Kursthemen der Oberstufe Die Mischung aus moderner Wissenschaftstheorie und deren praktischer Anwendung steht ganz im Zeichen einer modernen Didaktik. Somit hat sich dieser Praktikums- und Studientag im schulischen Lernkonzept nachhaltig etabliert und erscheint kaum mehr verzichtbar. Dies belegt auch die durchweg positive Resonanz der Kursteilnehmer. Oswald Bozem wird den Praktikums- und Studientag auch im nächsten Jahr hoffentlich wieder anbieten.
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